22.09.2021
Wann kommt er nun der Supermarkt in Hohenbrunn?

Mit der denkbar knappen Mehrheit von 6:5 Stimmen hat der Hohenbrunner Bauausschuss am 20.2.20 den Bebauungsplan für das Projekt an der B471 (Supermarkt, sogenanntes Gesundheitshaus und Wohnbebauung) endgültig genehmigt. Die Einwendungen von - vor allem Behörden, Verbänden und Bürgern - die sich auf 58 Seiten widerspiegelten, wurden mit teils unzureichenden Stellungnahmen abgehandelt. 

Seit nunmehr 1,5 Jahren warten wir nunmehr auf den ersten Spatenstich. Dieser wird wohl so schnell nicht kommen, da mehrere Gerichtsverfahren von einem Grundstücks-Besitzer gegen die Gemeinde sowie dem Bau-Investor laufen. Ausgang offen.

Die Gründe hierfür sind vielseitig - eines lässt sich aber nicht wegdiskutieren - der Bürgermeister hat es zu Beginn der Gespräche über die Umwandlung der Ackerfläche in ein Bauland nicht für notwendig gehalten, mit der 5. köpfigen Grundstücks-Besitzer-Familie einen städtebaulichen Vertrag abzuschließen, welcher in jeder Gemeinde üblich ist. Nur nicht in Hohenbrunn. Jetzt fällt dieses Versäumnis und offensichtlich nicht eingehaltene Zusage dem Bürgermeister auf die Füße. Der Gemeinderat wurde 2017 über den Verkauf der 16.000 qm Fläche an einen Investor informiert. Das Thema Städtebaulicher Vertrag mit einer Regelung für eine sozialgerechte Bodennutzung wurde damals vom Bürgermeister zu Gunsten dem möglichen Bau eines Supermarktes bewusst ausgeschlossen.

Erst nachdem der Gemeinderat dieses Misstand massiv bemängelte und einer Änderung des Flächennutzungsplanes nicht zustimmen wollte, wurde mit dem Investor eine SoBoN-Regelung vereinbart. Die Gemeinde bekommt 5 Wohnungen zu einem günstigeren Preis. Was für ein schlechtes Geschäft aus unserer Sicht. Aber die Mehrheit der CSU und SPD Gemeinderäte haben dies entscheiden.

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In der Sonder-Bau-Ausschuss-Sitzung am 14.11.19 haben die Mitglieder der CSU und SPD dem Entwurf des städtebaulichen Vertrages mit dem Investor zugestimmt. Somit kann nun der Bebauungsplan in die 2. Auslegung nach fast 3 Jahren gehen. Die Gründe für diese lange Verzögerung lagen schlicht weg an dem fehlendem städtebaulichen Vertrag sowie der Planung eines Kreisels an der Einfahrt nach Hohenbrunn. 

Wie finden wir es sehr bedenklich, dass in Hohenbrunn

- nicht wie in anderen Gemeinden der Gemeinderat die Größe des Supermarktes bestimmt, sondern der Investor bzw. REWE und

- der Investor sich nicht an den Kosten der Einfahrt zum Supermarkt beteiltigen muss. Denn diese hätte er zu 100 % selbst tragen müssen, wenn nicht die CSU und der Bürgermeister auf eine Kreisel-Lösung gedrängt hätten. So wurde nun vom Bürgermeister sowie den Mitgliedern der CSU und SPD beschlossen, dass der Investor keinen einzigen EURO zum Bau eines Kreisverkehrs bezahlen muss. Nun baut die Gemeinde auf eigene Rechnung (ca. 800.000 € Kosten) einen Kreisel. Ob der Kreisel die gewünschte Sicherheit für die Überquerung der B471 bietet, ist aus unserer Sicht fraglich. 

Wir sind für eine Nahversorgung im Dorf und haben es sehr bedauert, dass der Bürgermeister es nicht geschafft hat, den Gemeinderat bei einer solch wichtigen Entscheidung mitzunehmen. Als Ortsvorsitzender lebe ich mit meiner Familie seit 1999 in Hohenbrunn. Auch uns wäre es lieber, wenn wir zukünftig in Hohenbrunn einkaufen könnten, anstelle in die Nachbar-Gemeinden zum Einkaufen fahren zu müssen. Meine Kritik an der Vorgehensweise des Bürgermeisters sowie dem Verfahren zur Aufstellung eines Bebauungsplans bleibt. Laut Gutachten wäre für Hohenbrunn ein Supermarkt mit 1000 qm Verkaufsfläche ausreichend. Dass diese Größe auch für einen Vollsortimenter ausreicht, zeigt das Beispiel Großhelfendorf. Dort hat der Gemeinderat diese Vorgabe gemacht und REWE hat es umgesetzt.

zum Ablauf:

- Erstmalig wurden wir im Januar 2017 über den Verkauf der 16.000 qm Ackerland-Fläche östl. der B471 an einen Investor informiert. Da REWE den Bau schnell realisieren wollte, hatten wir mit unserem Antrag von März 2017 vorgeschlagen, zwei Aufstellungsbescheide für die Sonderfläche Supermarkt und für den Wohnungsbau zu erlassen.

In der Sitzung im März 2017 wurde auch von den Fraktionen ÜWG-FW/BF + SPD + Grüne eine Regelung für die sozialgerechte Bodennutzung als Grundlage eines Aufstellungsbescheides gefordert.